Montag, 28. April 2008

Hiermit kommt also der lang versprochene Beitrag ueber mein Radl. Wie ihr ja wisst, musste ich 3 Wochen in San Francisco verbringen. Das ist die trostlose Stadt auf den folgenden Bildern. Links is Alkatraz und rechts die Lombard-Street, also der beruehmte Teil von ihr.

Das hier ist das Depot der Bike Kitchen, wo alles angefangen hat. Mit etwas Hilfe und wenig Ahnung hab ich mir hier vor fast 4 Wochen einen Rahmen ausgesucht, aus dem in den folgenden Wochen ein echtes Radl geworden ist. Irgendwie hab ich es versaeumt den eigentlich spannenden Teil des Depots zu fotografieren: Man stelle sich rechts einen kleinen Gang vor, 1,5m breit und ca 5 lang. Dort findet man links und rechts irgendwie alles was man braucht und gleichzeit nix was man gebrauchen kann. Da sucht man dann nach Schrauben, Muttern, Schaltungen, Kabeln, Gehaeusen, und und und....
Ich bin hier zwar kein Profi-Mechaniker geworden, aber ein Mega-Greenhorn wie noch vor einem Monat bin ich auch nicht mehr. Und ein bisschen stolz hat es mich schon gemacht, wenn kleine Tueftelein funktioniert haben oder ich bei Kleinigkeiten sogar anderen helfen konnte.

Auf dem Bild rechts sieht man den Hauptraum der Werkstatt, wo alle fleissig an ihren Fahrraedern basteln. Der nette Herr im Vordergrund ist uebrigens Guillermo, der geistige Vater unserer Radl-Tour. Vielleicht werd ich ihn dafuer hassen, wenn ich bei 40 Grad mein ganzes Gepaeck einen Berg hochstrampel...
Den Rest der Mannschaft werdet ihr bei Gelegenheit noch kennen lernen.
Ein normaler Werkstatt-Tag hat dann ca so ausgesehen: Tagsueber in meinem Buch gelesen, vorbereitet auf das was ich machen wollte. Um 18.00 Uhr dann in die Werkstatt und dann 3 Stunden hin und her geirrt, Sachen gesucht, Ratschlaege bekommen, Werkeug gesucht, Schrauben gesucht, jaja viel suchen...
Einmal, am sogenannten Earth-Day (in San Francisco nimmt man sowas ernst, man ist ja schliesslich San Francisco) war in einem Park so ein Earth-Day-Festival, da war auch ein Stand der Bike-Kitchen und ich konnte auch sonntags schrauben. Dann kam so ein Kerl von einer Zeitung, hat mich fotografiert und gesagt, dass ich am folgenden Tag in irgend einer Zeitung waere. Naja, hab den Namen der Zeitung vergessen, aber der hat wohl bestimmt noch ne spannenderer Earth-DayGeschichte gefunden.



Das ist also mein Pferdchen. "Emmel" ist jetzt nicht unbedingt ein schoener Name, aber immerhin hat es jetzt einen. "Emmel" hat leider keine Moeglichkeit Flaschenhalter anzuschrauben, aber das wird so schon halten. Jetzt war ich noch nicht mal in Mexiko und hatte schon nen Platten. Musste den ganzen Schlauch austauschen, weil der Fehler am Ventil war. In
e
Mexico werden wir aber auch ein bisschen Ausruestung kaufen koennen.
Der Weg von San Francisco nach San Diego war auch echt cool. Ich musste um 5.30 aufstehen und dann erstmal ueber ne halbe Stunde radeln. Dass das Ganze in San Francisco war, ist dabei nicht zu verachten. Dann sind wir mit der Bart (das ist eine Art S-Bahn fuer die Bay-Area) nach Oakland zum Amtrak-Bahnhof gefahren. Dort haben wir rausgefunden, dass die billigste und schnellste Loesung nach Santa Barbara zunaechst ein Bus ist, der dann gegen zwischen 8.30 und 9.00 mehr oder weniger ueberall vorbei gefahren ist, wo wir gewohnt haben. Aber beim Ueberqueren der Bay Bridge wurde mir klar, dass ich die absolut richtige Entscheidung getroffen hab nach Baja mitzukommen. Das war bis jetzt wohl einer der besten Momente. Klarer Himmel, keine Wolken. Guillermo hat auf seiner Ukulele gespielt und wir genossen es den Bus fuer uns alleine zu haben. Rechts von uns Alkatraz und im Hintergrund die Golden Gate Bridge, links von uns das Bay, das am Horizont in tiefem Nebel lag.
Das war ein so dermassen friedlicher Moment, dass sogar die Containerschiffe und Exxon-Tanker Teil davon wurden. Und so sind wir dann also mim Bus irgendwo hin gefahren, um dort in einen Zug nach Santa Barbara zu steigen. ueber Nacht waren wir ca 10 Meilen westlich von Santa Barbara an der Uni. 20 000 Studenten in einem Dorf, das ein bisschen groesser wie Opf ist, da is sowas von super Stimming, dass ich da auf dem Weg zurueck in den Norden unbedingt wieder hin will. Am naechsten Morgen sind wir dann also einen voll schoenen Radweg zurueck nach Santa Barbara, wo wir ein paar Tage zuvor jemanden gefunden hatten, der 3 Mann + 3 Raeder mit nach San Diego nehmen kann. In San Diego waren wir erstmal gratis Fish-Taco essen bei einem Freund von unserem Fahrer. Und bei dem wohnen wir jetzt, vorgestern war die Geburtstagsfeier seiner Frau. Das war eine Gaudi. Nachmittags mit den ganzen Kiddies Football gespielt (eine sehr, sehr harmlose Abklatsch-Version fuer die Strasse), danach Tacos und Hot-Dogs und zwischendurch immer wieder ein kleines Bierli. Zusammengefasst laesst sich also sagen, dass es mir brutalst gut geht, ich mich auf das Radln freuen kann und ihr euch auf den naechsten Beitrag, dann aus Mexico.
41 Grad - Gruss aus San Diego, California