Dienstag, 1. Juli 2008

Vancouver

Jo, seit 4 Tagen bin ich also da wo ich schon lange sein wollte, urspruenglich hin wollte und beides zurecht. Vancouver ist megahammer. Natuerlich gibts hier abgedrehte Menschen, aber alles grossteils im gruenen Bereich. San Francisco und Portland hat mich echt hippiemuede gemacht, konnte das nicht mehr sehen, fand dafuer die Southpark-Folge mit Cartman und den Hippies umso besser. 
Meinen Esel hab ich bis hier her gebracht, was recht cool ist. Am ersten Abend - ich bin um 8 oder so angekommen - wollte ich einfach mal ein wenig rumradeln und was essen. Geendet bin ich in einer Kneipe wo ich fuer morgen (Mittwoch) gleich einen lang ueberfaelligen Frisoer-Termin gemacht hab und den Tag danach hat mir dann der Freund von der Frisoese 5 Stunden per Radl einiges von der Stadt gezeigt und ich hab einen ersten Eindruck davon bekommen wie relaxed hier alles ablaeuft, wie sportlich, glueklich und freundlich oft auch chinesisch die Menschen hier sind. 
Problem nur, dass Vancouver, abgesehen von dem Hostel wo ich fuer 60 Dollar die Woche wohn teuer ist. Das heisst ich kann mich nicht druecken mir hier einen Job zu suchen. Ist scheinbar auch nicht zu schwer: Fast alle im Hostel arbeiten auf dem Bau. Dann haette ich quasi beim Aufbau fuer Olympia mitgeholfen. Das ist hier definitiv schon spuerbar. 
Heute ist Canada Day, das sieht aus wie eine Karikatur vom Independence Day oder sowas. Die laufen schon alle mit Kanada-Flaggen rum, es gibt Kanada T-Shirts, Kanada-Socken und viele viel andere Kanada-Fanartikel, wie Kana-Bis zum Beispiel. Aber ernst nehmen tut das irgendwie trotzdem keiner. Leute singen um 9 in der Frueh die Nationalhymne auf der Strasse und lachen sich kaputt dabei, die sind einfach cool hier oben.
Was gibts sonst noch zu berichten? Im Hostel sind auch recht coole Leute, die Unibewerbung werd ich offensichtlich auch nicht verkacken und gutes Wetter hab ich wie immer mitgebracht. 
Ach ja: Am 18.9. komm ich heim, dann hab ich den 19. um den Jetlag kaputt zu schlafen und am 20. faengt die Wiesn an liebe Freunde. Da will ich eine ganze Bande von euch dabei haben!!!
jul

Freitag, 20. Juni 2008

San Francisco

Hallo mal wieder,
bei mir passiert wenig Spektakulaeres, aber schreib trotzdem mal wieder einen Beitrag hier. Nachdem ich dann also ueber nacht nach Tijuana bin, musste ich dort in der Frueh ne halbe Stunde durch die Stadt zur Grenze radeln. Tijuana is einfach so unglaublich haesslich, wahnsinn. Dann hat man mich auch wieder in die Staaten gelassen. Das Visum is echt super: Darf jetzt fuer 10 Jahre aus jedem beliebigen Land (incl Kanada und Mexico) in die US of A einreisen und darf dann 6 Monate dort bleiben. Dann bin ich in San Diego wieder zu den Leuten wo wir schon vor der Radltour waren und hab dort wieder High-Speed-Internet geniessen duerfen, selbst die Temperatur der Dusche bestimmen koennen, Klopapier ins Klo geschmissen, usw...
Eine Party gabs auch wieder und hab auch wieder mit Kiddies auf der Strasse Fussball und Football gespielt. Einmal mit Gabriel eine 35km-Guten-Morgen-Radltour gemacht, umsonst in seinem Restaurant gespeist und getrunken. 
Nach Santa Barbara bin ich dann wieder mit dem selben Kerl mitgefahren, mit dem wir im April runter sind. Er ist Raymonds Stiefvater und Raymond is eben auch mit, incl seiner Playstation, seiner X-Box und Guitar Hero. Guitar Hero (Flo und Jenny kennen es, manche koennten es von Southpark kennen) is voll geil. Prinzip Singstar, aber Gitarre mit Knoepfen in der Hand. Isla Vista - die College Town in Santa Barbara) - war leider ausgestorben. Die haben Sommerferien und sind alle heim. Demnach bin ich dann relativ spontan nach San Francisco gefahren, wo ich dann maechtig auf die Schnauze gefallen bin. Weil ich irgendwann einfach aufgehoert hab mir Sorgen zu machen wo ich schlaf (weil man findet dann schon irgendwas), bin ich eben ohne was organisiert zu haben nach San Francisco, wo ich um 0.30 angekommen bin. Dann bin ich einfach in die BART (so ne Art U-Bahn), in die Mission gefahren und hab angefangen nach einem Hostel zu fragen. Erst hat man mich voll falsch irgendwo hingeschickt. Dann hab ich eines gefunden nach einem unnoetigen Umweg, aber die konnten mich nicht einchecken, weil es nach 12 war. Schon scheisse, da gibts freie Betten, ich steh nach 1 bei denen vor der Tuer und kann nicht da pennen. Dann hat sie mich in ein Hostel geschickt wo sie noch angerufen hat und das kein Problem ist. Um 2.30 hab ich dann feststellen duerfen, dass sich die dumme Sau um ein S vertan hat und ich in einem Hotel war, wo das Zimmer 120 USD kostet. Ich hatte mal wieder ein plattes Hinterrad. Sonst waer ich einfach nach Marin geradelt und haett im Gruenen geschlafen. Die ganze Nacht wach bleiben ging auch nicht, weil dann waer die Gefahr das Deutschland-Spiel zu verpassen viel zu hoch gewesen. Busse sind da kaum noch gefahren und in dem Viertel wo das war, hab ich gar nicht mit dem Gedanken angefangen in irgend nem Park zu pennen. Das Viertel heisst Tenderloin, also Filet. Heisst so, weil Polizisten, die hier gearbeitet haben, besseres Essen als sozusagen Belohnung gekriegt haben. Also hab ich das Zimmer noch auf 100 USD runtergehandelt, aber noch 14 Steuer. Keine 5 Stunden geschlafen, weil ich ja das Fruehstueck vollgas auskosten musste, wenn ich denn schon so viel zahl. Also hatte ich ein 2 Meter breites Kingsize-Bett, einen Ankleideraum, ne Glotze und was nicht alles. Hab mich dann wenigstens nach dem Fruehstueck gebadet, das erste Mal seit Februar. Hab mich trotzdem saumaessig geaergert, dass die mich da hingeschickt hat. Waer ich in der Mission geblieben, in ne Bar, haett ich sicherlich ein Plaetzchen gefunden. 
So hab ich mich also nach diesem Luxusabenteuer mit meinem Radl auf den Weg in eine Bar gemacht wo man Fussball zeigt. Hier gibts Millionen Homies (das sind Homeless, also Penner), die irgendwelche Gefaehrte durch die Stadt schieben und ich war einer davon. Am Abend hab ich dann noch das Radl gerichtet und bin dann in ne recht coole Life-Show mit den Leuten wo ich hier vor 2 Monaten gewohnt hab und das tu ich jetzt auch wieder.

Dienstag, 10. Juni 2008

A mexikanische Gschicht

Der Plan war genial. Den Bus um 5.00 Uhr nehmen, 13 Stunden bei fast ausschliesslich Tageslicht direkt nach Tijuana und dann ueber die Grenze nach San Diego. Naja, Uhrzeiten sind hier nicht so genau. Am PC der Ticketverkaeuferin stand 5.25, am handgeschriebenen Fahrplan 5.30, auf meinem Ticket stand 5.20 und gesagt hat sie mir 5.00 Uhr. Die Locals wussten natuerlich sofort, dass hier vom 6.00 Uhr - Bus die Rede ist. ALso bin ich um 4.30 Uhr aufgestanden. Ohne Wecker, denn sowas hab ich nicht. Um 4.50 war ich dann an der Bushaltestelle. Um 5.15 kam dann auch schon der Bus, frueher als erwartet. Leider hat er nicht angehalten. Sowas erlebt ma auch nicht alle Tage: Einfach nicht angehalten. Mit ca 100 Sachen durchs Dorf gerauscht und den Jul einfach da sitzen gelassen. Todesmuede und voll angepisst ist nicht gerade die beste Emotions-Melange. Hab dann ein wenig von meinem Proviant gegessen und auf die Ticketverkaeuferin gewartet. Die war schon um 7.00 da. Da sie Internet hat an ihrem Schreibtisch, ging dank leo die Kommunikation einigermassen und sie hat dann a wengerl telefoniert und ich darf jetzt mit meinem Ticket in den 17.00 Uhr - Bus - hoffentlich. Dass ich mich da dann samt Radl mitten auf die Strasse stell, is eh klar. Jetzt hab ich halt fast nix bei Tageslicht, komm aber um 6.00 in der Frueh in San Diego an, das heisst ich hab den ganzen Tag Zeit, um einen Schlafplatz zu finden, bzw. noch besser gleich eine Mitfahrgelegenheit gen Norden. In den Staaten ists net so einfach wie hier unten, wo es billige Absteigen gibt und man den blonden Gringo, der wohl irgendwas sucht sofort anspricht. Naja, so hab ich halt das Spanien-Russland-Spiel geschaut, schau mir nachher Griechenland-Schweden an, kann den I-Pod aufladen, meine letzten Pesos in Tacos verwandeln und natuerlich Gruesse in die Heimat schicken!
In diesem Sinne
gruss jul

Sonntag, 8. Juni 2008

Zurueck in die Staaten

Nach unserer grossen Ankunft, waren wir ein paar Tage in La Paz. Nach 1500km Wueste, waren wir hin und weg wieviel Zivilisation es da unten gibt. Is ne recht schoene Stadt, es gibt Bars, Straende, einen richtigen Supermarkt (so richtig schoen im Wall Mart Design: gross, Klimaanlage, jeden Scheiss gibts, billig, einfach super), man sagt es gaebe sogar ein Kino irgendwo. Danach sind wir nach die Gegend - vor allem die Straende - mit einem Leihwagen abgefahren. Dafuer haben wir uns anstaendig ausgeruestet und einen Ball, sowie ein Gummiboot gekauft. An einem Strand haben wir Nuernberger getroffen, die mir dann fuer ne Stunde ein Surfbrett ausgeliehen haben. Ansonsten hatten wir noch den "Mailman", der Mailman ist ein Frisbee, auf dem riesengross mit Edding geschrieben "The Mailman" steht. Ein Frisbee ist uebrigens das perfekte Reiseutensil: Teller, Feuerwedler, in Zusammenarbeit mit der Pfanne ein Nudelsieb, bei Reperaturen ein Teller fuer Schraeubchen und natuerlich ein Spielzeug.
Unten in Cabos haben wir dann das erste Mitglied der Fellowship verloren: Jonah. Der Grund dafuer heisst Argelia, ne ziemlich abgedrehte Goehre. Die beiden kommen aber vielleicht bald nach B.C., wo ich sie dann wieder treffen werde. Vorgestern ist dann das Fellowship endgueltig gesunken, weil ich frueh am Morgen in einen Bus nach Norden gestiegen bin. Da ich alles bei Tag machen will, fuhr ich nur bis Santa Rosalia. Dort wollte ich Gordon treffen. Weiss nicht, ob ichvon ihm erzaehl hab, so ein Gringo, der da unten wohnt und mit uns von Santa Rosalia bis fast Mulage geradelt ist. Also bin ich nach San Lucas - wo Gordon angeblich wohnt - getrampt und hab den Kollegen gesucht. Nach zwei Stunden musste ich feststellen, dass es dort keinen Gordon gibt. Somit musste ich allgemein feststellen, dass Gringos in Baja allgemein ein Rad abhaben und kurz drauf musste ich feststellen, dass meines zwar noch dran, aber mal wieder platt war. Also stand ich in der Daemmerung mit Platten ohne Werkzeug (das faehrt mit Guillermo nach Mex City), ohne Gordon, dafuer mit umso mehr Hunger in einem von Gott verlassenen Bumsdorf in der Wueste. Nunja, der Ausdruck "von Gott verlassen" passt nicht ganz, da war mehr Gott als erwartet und zwar ein von Baptisten gefuehrtes Waisenhaus. Bei denen durfte ich dann naechtigen und hab auch was zu essen bekomme. Die erste Nacht in der Kirche, die zweite im Haus des Ehepaars, die das hier leiten. Somit hat also der "Club 200", unser Schlauchboot, neue Besitzer gefunden, ich hab mit den Kindern ein wenig Fussball gespielt und war sonst auch recht interessant alles. Ich hatte ne Glotze und DVDs im Zimmer, aergert mich ungemein, dass ich eingepennt bin, waehrend ich "Walk the Line" angeschaut hab. In Santa Rosalia hab ich nen neuen Schlauch gekauft, Schland geglotzt, am naechsten Tag Holland und danach bin ich per Daumentram weiter nach Norden. Die Daumentram ist hier ein wenig problematisch, weil es recht viele Militaerkontrollen gibt und die Leute da ein wenig Bangel haben Fremde im Auto zu haben, is sogar verstaendlich. Naja, bis San Ignacio bin ich gekommen. War recht witzig, der erste hat mich in einen Ort gebracht, in dem es 2 Haeuser und einen Tacostand gibt. Dort hab ich nach dem Tacomahl, 15 Minuten kein Auto gesehen. Das erste daskam hat mich auch mitgenomme: Ein Fischtransporter, oleole. Also Radl und Taschen hinten in den Fischtresor und selber irgendwo hinter die Sitze des Trucks gedrueckt. Hier in San Ignacio darf ich jetzt bei so nem Kerl pennen, der gegenueber von der Bushaltestelle wohnt und dann fahr ich 13 Stunden ab 5.00 in der Frueh nach Tijuana, wo man mich hoffentlich wieder in die Staaten laesst. Das Einwanderungszeug ist sehr seltsam dort und hab im Netz keine genauen Informationen gefunden und den Leuten dort glaub ich auch nicht zu 100%. Fotos gibts irgendwie keine, aber das macht nix, ihr habt ja alle eine irrsinnige Vorstellungskraft.
letzter Gruss aus Mexico
jul

Donnerstag, 29. Mai 2008

LA PAZ !!!!!

So wurden also am 28.5. um ca 18.30 in La Paz, Baja California, Mexico Helden geboren!
Aber erstmal zrueck zum 18.5. Wir haben dort in Santa Rosalia einen Gringo kennengelernt, der an diesem Tag mit uns nach Mulage radeln wollte. Da wir ihm gesagt hatten, dass die Chancen, dass wir vor 10.30 Uhr loskommen eher gering sind, stand er also puenktlich um 10.30 Uhr vor unserem Hotel. Wir hatte aber noch nix gepackt, also schickten wir Gordon auf eine 1,5 Stunden - Tour um die Blocks von Santa Rosalia (ca 85 Runden ums Dorf) und packten. Als Gordon wieder da war, musste er noch ca 15 Minten warten, bis er erfuhr, dass wir noch was essen muessen. Um ca 14.00 Uhr gings dann auch los und ich kann euch sagen, wenn es bei knapp 40 Grad bergauf geht, bereut man jeden Schluck Alkohol vom Vortag und glaubt mir: Ich hatte viel zu bereuen. Die Piñata war uebrigens komplett leer. Nach diesem fuer mich ziemlich anstrengenden Tag, kamen wir nach Mulage. Von Santa Rosalia bis Loreto haben wir dann insgesamt 8 od. 9 Tage gebraucht. Alle hatten mindestens leichte Magenprobleme, ich streckenweise zielmich schwere. Ausserdem hatten wir uns das eh vorgenommen, weil es da lauter Straende, Buchten, usw. gibt.
Von Loreto aus haben wir dann 4 Tage Gas gegeben und sind dann gestern in La Paz angekommen. Der erste Tag war nur 56 km, dafuer uebelste Steigung. In einem Tal hat es ausgesehen wie in der Reichstag-Kuppel. In allen Hoehen sieht man Autos und LKWs in alle moeglichen Richtungen fahren. Vor diesem Tal war ca 1 km mit 8% - Schnitt und danach gings nicht so steil, dafuer aber noch ein ziemlich gutes Stueck und auch der Rest von dem Tag und der Anfang vom naechsten waren tendenziell aufwaerts. Die naechsten Tage waren 88, 113 und 98 km und ich hatte auf dem Hinterreifen ca 10 Platten. Die Erklaerung fand sich nach ca dem 5. : Die 3,75 USD - Wall Mart - Handpumpe ist uns kaputt gegangen, also haben wir in Loreto eine neue gekauft. In Mexico hat man keine Auswahl und nimmt halt was man kriegt: In diesem Fall eine 1,5 kg, 60 cm lange Fusspumpe. Mit der hatten wir aber auch diverse Probleme und so hatte ich auf dem Hinterreifen immer viel zu wenig Luft und das beste kommt noch: Irgendwann hab ich dann festgestellt, dass der Rahmen die falsche Groesse hat, ich bin also 1500 km mit falschem Rahmen hinten gefahren. Zwischendrin mal 50 km aufgepumpt wie ein Squash-Ball, bevor ih in einem kleinen Dorf was zm Aufpumpen gefunden hab. Die Ankunft gestern war auf alle Faelle Hammer und La Paz is soweit auch recht cool und ab heute wird ein paar Tage gefeiert!!!
Fotos gibts demnaechst hoffentlich ach wieder...

Samstag, 17. Mai 2008

Geburtstag

Ich sitz grad seit 4 Stunden in einem Internet-Cafe und nutze die meiste Zeit um ganz gewissenhaft eure Glueckwuensche zu beantworten. Jetzt hab ich denk ich alles beantwortet und dann kommt dieser kleine, ein wenig traurige Moment, den jeder kennt. Man sitzt vorm PC und hat eigentlich nix mehr zu tun. Man schaut dann ein bisschen sinnlos bei Wikipedia herum, um sich Fragen, die in den letzten Tagen mal aufgekommen sind, zu beantworten, aber eigentlich ist man fretig. Aber da man ein wenig rumsuechtelt, kann man den Computer ja nicht einfach alleine lassen, also schreib ich euch diesen kleinen Beitrag.
Heute morgen bin ich nichtsahnend aus dem Bad unseres Zimmers gekommen und hab durch meine verschwommenen Augen ein irrsinnig kitschiges Poster an der Wand bemerkt: Die 6 Vorzeige-Schlampen von Walt Disney und ein Schriftzug "Feliz Cumpleaños". Den gleichen Schriftzug fand ich auf dem Glitzerballon den man mir in die Hand gedrueckt hat. Auf der Literflasche, die fuer die andere Hand bestimmt war stand nur Tecate. Mit ein paar Streifen unseres wichtigsten Werkzeugs - Klebeband - hat man eine rosa Piñata an der Lampe befestigt. Das ist normalerweise eine Puppe (meine Billigvresion sieht eher aus wie ein gefaerbtes Huhn ohne Kopf) , die man zerschlaegt und dann regnet es Suessigkeiten. Nachdem ich mich also ueberzeugt haben werde, dass das Internet auch ohne mir funktioniert, geh ich was essen (die Wahrscheinlichkeit dass es Taccos sind ist nahezu 100%), trink noch ein bisschen Tecate - vielleicht auch ein bisschen mehr oder gar zu viel - und dann mach ich mich an die Piñata. Ich bin schon schwer gespannt was da fuer mexikanische Suessigkeiten rauskommen, oder ob sie doch ein Version mit billigem Sexspielzeug gewaehlt haben. Naja, ihr werdet erfahren was drin war...

Dienstag, 13. Mai 2008

1. Halbzeit des Wuestenritts

Heute ist unser erster Ruhetag. Da das ganze in einer kleinen Stadt mit Internet ist, kann ich also hiermit meinen ersten Beitrag aus Mexico schreiben. Ich weiss gar net wo ich anfangen soll, es ist so wahnsinnig viel passiert seit wir hier sind, so oft fallen Saetze wie "Weisst du noch wie wir in Tijuana auf die anderen gewartet haben, das fuehlt sich an wie vor 3 Monaten". So hat also mehr oder weniger alles angefangen. Jonah und ich warten um 23.00 Uhr in Tijuana auf die anderen um abgeholt zu werden und Tijuana is mal einfach ein Mega-Drecksloch wo man sich einfach nicht wohl fuehlt. Von dort aus gings dann also am naechsten Tag los, naja noch nicht ganz. Da in den Estados Unidos die beschissensten aller Grenzbeamten sitzen, musste ich nochmal fuer 2 Stunden ueber die Grenze um meine Ausreise zu regeln, aber die Geschichte is so dumm und viel zu umstaendlich, die kriegt ihr, wenn ihr ihr wollt, bei nem guten Bier, wenn ich wieder daheim bin. Bis Ensenada war die Radlerei minder schoen, aber das wussten wir. Erst durch Tijuana, dann illegal auf der Autobahn, viel Verkehr, und und und...
Danach wurde es dann verkehrsmaessig immer ruhiger, schoener, auch heisser, bergiger, anstrengender, duenner besieselt und die Tour nahm Gestalt an.
Dass ich immer schoen Radlreisetagebuch schreib (welches gerade nicht neben mir liegt), hilft mir die Chronologie der Ereignisse nicht zu vergessen. Die Bilanz der vergangenen 13 Tage sieht in etwa so aus: 730 km, 3 Flicken auf dem Schlauch meines Hinterreifen bevor er dann komplett ausgetauscht wurde, 3 Unfaelle (einmal Truck in Spanier, einmal Deutscher in Spanier und einmal Deutscher in Kanadier), Jonah hat mal nachts gekotzt und hat am Folgetag 80km durchgehalten, 2 grosse lebendige Schlangen am Strassenrand, schaetzungsweise 150 tote auf der Strasse, 30 tote Hunde, 2 neue Rahmen bei Team Spanien, einer bei Team Germany, 2 Reperaturen mit Stein und Socke, Rekord liegt bei 5 mal Camping in Folge (das heisst 5 Tage ohne Dusche, Spiegel, neuer Waesche, usw.), Team Canada schwaechelt, Team España kommt langsam in Form, Team Germany ist nach wie vor fit wie ein Turnschuh, ein kleiner Skorpion IN meinem Zelt, Zelt in 3. Nacht kaputt gegangen, der Mexikaner ist uns abgehauen, weil wir ihm zu traege waren (der Wahnsinnige faehrt offensichtlich von Sonnenauf- bis Untergang durch), wir waren zwischendurch auf 1000 Hoehenmeter, es windet brutalst, die Naechte sind kalt, das Angebot der kleinen Laeden ist abwechslungsreich wie die Pulloverwahl des Herr Hums, ein LKW faehrt im Schnit 30 cm an uns vorbei, oben ohne sehen wir aus als ob wir T-Shirts tragen, Guillermo kann keine Tortillas mehr sehen, landschaftlich is echt was geboten, wir haben gestern per Fahrrad eine neue Zeitzone erreicht, die Strassen waren bisher meist recht gut, wir wurden noch nicht ausgeraubt, mein Spanisch ist und bleibt wohl auch sehr bescheiden, ist aber weit besser als das durchschnittliche Englich hier, ab und an faehrt eine kleine Armee an uns vorbei, die Waschmaschinen gestern waren ihren Aufgaben nicht gewachsen...
Morgen gehts in alter, neuer Frische weiter und da es bis San Ignacio recht easy going sein soll, planen wir unseren ersten Ueber -100 km - Tag. Was aber auf alles Faelle schon feststeht ist, dass dieser Radl-Ausflug mit dem Radl sicherlich einer der Hoehepunkte meiner Reise ist. Dann schaut euch mal alle fleissig die Bilder im Fotoalbum an!!
gruss jul