Dienstag, 16. September 2008

Sweet Home Oberpframmern

Es war wohl hauptsaechlich Neugier, die mich vor sieben Monaten in die weite Welt trieb. Als ich die ersten Tage durch die Strassen von New York zog, war das natuerlich aufregend und beeindruckend, doch ich hab mich oefter als einmal gefragt, ob das eine richtige Entscheidung war fuer so lange mein vertrautes Umfeld zu verlassen und mein Glueck auf einem fremden Kontinent zu suchen. Doch nach und nach hat meine grosse Reise Gestalt angenommen und ich hab Dinge erleben duerfen, die teilweise unmoeglich zu planen oder vorherzusehen sind. Ich hab die Knicks im Madison Square Garden und New York unter einer Schneedecke gesehen. Spaeter war ich Skibiken in den Rockies, Golfen im Death Valley, bin mit einem Porsche durch Kalifornien gefahren, genauso wie Cable Car in San Francisco. Dort hab ich mir ohne grosse Vorkenntnisse ein Fahrrad gebaut, auf welchem ich durch die Wueste Mexicos gefahren bin. Auf dem Weg zurueck in die Staaten bin ich ein Stueck von einem Fischtransporter mitgenommen worden, hab Rad und Gepaeck ins wohlriechende Kuehlfach geschmissen und hab mich irgendwie hinter Verleihnix und seine Frau gequetscht. Es sind genau diese kleinen Geschichten, die das Reisen so besonders machen. Spaeter hab ich im wohl schaebigsten Hostel der Welt gewohnt, hab 4 Wochen den Tellerwaescher gemacht und dabei den ganzen Juli in einer Stadt verbracht, die 12 Sommermonate verdient haette. Auf der Vancouver Island Tour hab ich mir die Moeglichkeit gegeben mich mit dem typischen Lonely Planet Individual-Pauschal-Touristen zu vergleichen und hab feststellen muessen, dass da mittlerweile schon Welten dazwischen liegen.
Ueberland gings zurueck in den Osten: Eine Woche, vier Zeitzonen. Ich hab in einem indischen Studentenwohnheim Bleibe gefunden, dort College-, sowie spaeter Profifootball gesehen habe. Das "gay little car" leistete treue Dienste und war somit massgeblich daran beteiligt, dass ich es insgesamt auf 8 National Parks, 2 National Lakeshores und unzaehlige State und Provincial Parks gebracht habe. Als abschliessendes Highlight war ich in einer High School und hab ueber Deutschland und meine Reise berichtet. Ich musste feststellen, dass gewisse Worte leider durch und durch Teil meines englischen Wortschatzes sind. Die Kiddies fanden es aber toll das s-Wort und vor allem das f-Wort im Klassenzimmer zu hoeren.
So abenteuerlich und aufregend sich manches liest, so intensiv Erinnerungen einer Reise auch sind und so beneidenswert sich das ein oder andere Foto auch ansieht, es gibt Dinge, die das Zuhause zum Zuhause machen, nach denen man sich sehnt und die auf lange Sicht, auch wenn sie sich nicht so gut erzaehlen und fotografieren lassen, zumindest fuer mich unverzichtbar sind.
Es ist nicht der Lockruf von Streichwurst, Bauernbrot und Fleischsalat, der mich wieder nach Hause zieht, es ist das Bewusstsein, dass es Menschen gibt, die sich auf mich freuen.
Und wer auch immer von euch da dazu gehoert, ich freu mich tierisch auf euch und jetzt is Schluss mit Gefasel, stellt das Bier kalt, macht einen Platz auf der Fernseh-Couch frei, mischt schon mal die Schafkopf-Karten, steckt das Bett ein, parkt mein Auto wo ich es haben will, stellt noch mehr Bier kalt, rutschts a bisserl zam in der Kabine unten, macht euch empfaenglich fuer Klugscheissereien, holt die staubigen Singstar-Spiele aus dem Keller, macht die Gefriertruhe voller Fertigpizza, kauft schon mal Stadionkarten vor, nicht dass es dann keine mehr gibt (muhahaha), machts a Platzerl am Pokertisch, schauts dass die Kontroller einwandfrei funktionieren und stellt vorsichtshalber noch ein paar Bier kalt.
Danke fuer alle fleissigen Mailer, Gaestebuch-Schreiber und sonstige Heimatboten!!
Bis morgen oder auch ein wenig spaeter!!!
An alle, die mit dem Gedanken Spielen mir am Flughafen die Koffer abzunehmen, ich hab euch falsch informiert! Ich komm um 10.55 erst an!! Also koennt ihr sogar einigermassen ausschlafen!